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Medizinische Entomologie

Ein Teilgebiet der Entomologie, die Medizinische Entomologie, befaßt sich mit den Beziehungen der Insekten zur Gesundheit des Menschen.
Insekten können die Gesundheit des Menschen schwer schädigen, indem sie gefährliche Krankheiten auslösen
  • durch Übertragung von Viren
    • Erreger des Gelbfiebers durch Mücken (Aedes aegypti);
    • Erreger des Denguefiebers durch Mücken (Aedes aegypti);
      • In Malaysia gab es 2008 etwa 50 000 Erkrankte, von denen 112 gestorben sind;
      • Man schätzt, dass weltweit etwa 20 000 Menschen durch Denguefieber sterben;
  • durch Übertragung von Bakterien
    • Erreger der Ruhr durch Fliegen;
    • Erreger des Fleckfiebers durch Läuse und Flöhe;
    • Erreger der Pest durch Flöhe (siehe Bild rechts). Dabei
      • nimmt der Floh bei einem Kranken durch Pest-Bakterien infiziertes Blut auf (A);
      • vermehren sich im Floh die Pest-Bakterien, die sich im vorderen Teil des Mitteldarms und im Proventrikel stauen (B);
      • werden beim nächsten Stich die Pest-Bakterien in das Wirtsblut ausgewürgt und der Gestochene infiziert (C).
  • durch Übertragung von Plasmodien
    • Erreger der Malaria durch Anopheles-Mücken
      • die Erreger wandern vom Darm der Mücke in die Speicheldrüsen;
      • beim Stich gelangen die Erreger in die Blutbahn des Menschen;
      • sie gelangen in die Leber, wo sie sich vermehren;
      • wieder im Blut zerstören sie rote Blutkörperchen und setzen Fieber erregende Substanzen frei;
      • weltweit erkranken jährlich ca. 400 Millionen Menschen an Malaria;
      • jährlich sterben ca. 2 Millionen Menschen an dieser häufigsten Tropenkrankheit.

Floh als Überträger der Pest
  • durch Übertragung von Flagellaten
    • Erreger der Schlafkrankheit durch Tsetsefliegen (Gattung Glossina).
      • Nach einem Stich der Tsetsefliege stoßen die Erreger über das Blut ins Gehirn des Menschen vor;
      • Im Gehirn verursachen sie irreversible neurologische Veränderungen;
      • Am Tag verfallen die Erkrankten in Passivität und schläfrige Antriebslosigkeit (daher der Name 'Schlafkrankheit');
      • Nach und nach magern die Kranken immer mehr ab und sterben schließlich;
      • Etwa eine halbe Million Menschen erkranken jährlich an der Schlafkrankheit;
      • Vermutlich 80 % der Erkrankten sterben.
Diese Krankheiten sind vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet.
In Mitteleuropa spielen Mücken als Krankheitsüberträger keine Rolle. Fliegen können auch in Mitteleuropa Krankheiten übertragen, indem sie einfach mit den Mundwerkzeugen oder mit den Füßen mechanisch Krankheitserreger von befallenen Plätzen (z. B. Müll) aufnehmen. Setzen sich diese Fliegen anschließend auf Lebensmittel, gelangen auch die Krankheitserreger dorthin und können nach Verzehr der Lebensmittel Infektionskrankheiten auslösen.

Eine Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit entsteht auch durch Insektenstiche an sich, auch wenn dabei keine Krankheiten übertragen werden.

Stechen können

  • blutsaugende Insekten mit einem Stechrüssel am Kopf, z. B. Flöhe, Mücken und Bettwanzen.
  • Wehrimmen (Aculeata), eine Gruppe der Hautflügler, mit einem Wehrstachel am Hinterleib.

Außerdem gibt es Insekten, die als Innenparasiten in Säugetieren (und damit auch im Menschen) leben und dadurch selbst zu Krankheitserregern werden.

Ein Beispiel dafür ist der Sandfloh (Sarcopsylla penetrans). Das Flohweibchen (siehe Bild rechts)
  • bohrt sich in die Haut ein;
  • bläht sich innerhalb von 8 - 10 Tagen zu einem etwa erbsengroßen Gebilde unter der Haut auf;
  • ernährt sich aus der menschlischen Haut;
  • hat den Hinterleib an der Eintrittspore und kann dadurch
    • atmen,
    • Kot absondern,
    • Eier herauspressen;
  • kann nach seinem Tod, da es in der Haut eingebettet bleibt, schwere Entzündungen hervorrufen.

Sandfloh als Innenparasit
in der Haut eines Menschen
Anmerkung:
Die Bilder auf dieser Seite stützen sich ganz wesentlich auf:

'Erreger und Überträger tropischer Krankheiten', von R. Geigy und A. Herbig
Verlag für Recht und Gesellschaft, Basel: 1955
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